Klinikalltag #8

Ich genieße jetzt gerade noch die letzten Stunden auf meiner Couch. Nebenbei schreien sich die Toten Hosen die Seele aus dem Leib und ich verblogge für euch die letzte Woche.

Die letzte Woche war wirklich turbulent. Denn am Montag wurde unter lautem Protest und Ärger eine Mitpatientin vorzeitig entlassen. Das war wirklich unschön, wie unser Oberarzt da vorgegangen sind. Aber trotzdem denke ich, dass es hier gewisse Gründe gab, um so zu agieren. Gleichzeitig ist dann noch eine -aber aus freiwilligen und privaten Gründen- gegangen. Somit war die Stimmung am Montagabend nicht so toll und viele von uns grübelten noch lange darüber. Aber unsere Therapeuten standen uns da die ganze Zeit (wie aber auch sonst) zur Verfügung und wir konnten mit denen die Situation noch einmal besprechen.

Gerade als die Stimmung in unserer Gruppe wieder besser wurde, kam der nächste Schock. Es wurde wieder eine Patientin entlassen. Die genauen Gründe kenne ich bis jetzt noch nicht. Aber wir waren abends am Tisch alle ziemlich sprachlos. Denn innerhalb von drei Tagen sind drei Patienten gegangen. Auch wenn unser Oberarzt uns versicherte, unsere Plätze seien sicher und wir sollten uns ja keine Sorgen machen, hatte das Ganze aber schon einen bitteren Beigeschmack.

Da meine Therapeutin leider die Woche krank war, hatte ich eine andere zur Vertretung. Auch mit ihr habe ich über die Situation gesprochen, was gut tat und ich all das nicht so nah an mich ranließ. Denn ich neige ja gerne dazu die Probleme anderer zu meinen zu machen! 😉

Aber wollen wir lieber noch einmal zu etwas schönem kommen. Mir geht es seit den letzten Wochen wirklich gut. Natürlich sind immer noch ein, zwei schlechte Tage dazwischen, aber es ist anders. Ich habe das Gefühl, ich habe mich endlich wiedergefunden und habe nun gelernt mit all meinen Gefühlen richtig umzugehen. Bei meiner Vertretungstherapeutin habe ich dann auch meine Entlassung angesprochen. Mit einem breiten Grinsen kann ich nun sagen, dass mein vorläufiger Entlasstermin der 27.11.2018 ist. Als sie mir das Datum nannte, war das schon ein komisches Gefühl. Dann ist es soweit, alleine klar zu kommen. Nach elf Wochen in der Klinik. Aber ich freue mich sehr darauf. Denn die Wochen ziehen sich immer mehr und mehr. Jetzt heißt es dann, nur noch zwei Mal nach Hause und wieder zurück in die Klinik fahren, dann ist es vorbei. Rückblickend ging die Zeit so unfassbar schnell vorbei. Schneller als ich zu Anfang gedacht habe.

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