Klinikalltag #10 – Fazit

Nun sitze ich hier auf meiner Couch, während neben mir der Tee dampft. Seit Dienstag (27.11.) bin ich nun entlassen und sozusagen wieder in „Freiheit“. So richtig kann ich mich noch gar nicht an das Gefühl gewöhnen. Die ganze Zeit denke ich noch, ich müsste wieder meine Tasche packen und zurück in die Klinik. Aber ich denke in den nächsten Tagen wird sich das auch legen und ich komme dann immer mehr und mehr zuhause an!

Die letzte Woche war eine ziemlich langweilige Woche für mich. Fast die Hälfte der Therapien ist ausgefallen, was für mich natürlich enorm freie Zeit bedeutete. Es war einfach nur langweilig. Außerdem hat mir Juliane wirklich gefehlt. Der Abschied war wirklich härter als ich dachte. Denn in den Wochen ist sie mir so sehr ans Herz gewachsen und ich kann sagen, dass sie für mich eine wundervolle Freundin geworden ist. Aber da sie ja gegangen ist, musste ich noch eine Woche pure Langeweile alleine ertragen. Gefühlt habe ich die Minuten bis zu meiner Entlassung gezählt.

Als der Tag dann endlich da war, habe ich mich riesig gefreut nach Hause zu können. Und doch blieb die Angst, denn nun muss ich alles wieder alleine hinbekommen und für mich selbst sorgen. Dann kann ich nicht spät abends zu den Pflegern gehen, weil es mir gerade schlecht geht. Und auch sonst ist es natürlich jetzt seeeehr viel ruhiger als auf der Station. Denn dort war immer jemand da mit dem man Quatsch machen konnte oder reden konnte. Die Duschen und Toiletten werde ich da jedoch nicht vermissen! Ich sage euch, erst wenn man wieder zuhause ist, lernt man das vierlagige Toilettenpapier und Wlan schätzen! 😉

Auch wenn ich anfangs wirklich skeptisch war, kann ich jeder ehrlich sagen, dass mir die Zeit dort mehr als gut getan hat. Ich habe gelernt, wie ich mit mir und vor allem meinen Gefühlen umgehen muss. Wie ich Situationen händeln kann und es schaffe mir im Alltag Zeit für mich zu nehmen. Diese Erkenntnisse tun mir unwahrscheinlich gut. Aber eine Erkenntnis ist für mich die wertvollste: Dort habe ich wirklich Freunde gefunden, die mich von Anfang an so akzeptiert haben wie ich bin. Dort musste ich keine Maske aufsetzen und mich verstellen. Ich konnte einfach ich sein und trotzdem mögen die mich. Das mag für manche total banal klingen, aber für mich war das viel wert. Denn die Erfahrung habe ich so noch nie gemacht.

Nun bin ich noch die nächste Woche krank geschrieben und hoffe, dass ich schnell wieder in meinen Alltag (ohne Stress) reinkomme und dann auch endlich wieder arbeiten kann. Darauf freue ich mich schon sehr. 🙂

Und die Hoffnung, eines Tages mein eigenes Buch über all das zu schreiben, gebe ich nicht auf! Because I’m stronger now!

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3 Kommentare zu „Klinikalltag #10 – Fazit

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